Dieses Eichhörnchen zeigt

Dir, wie die Straße

aussieht.

Dieses Eichhörnchen führt Dich

zu den Reaktionen auf

unseren Offenen Brief.


Ein Hauch von Sibirien oder: Äätschbäätsch!

18. Mai 2017

Seppl kommt aus Bayern. Vor ein paar Monaten hat er uns zusammen mit seiner Zenzi besucht, gerade als bei uns ein Dorffest stattfand. Weil es kalt war, fand das Fest in unserer Gemeindebaracke statt. Wo der Seppl gestaunt hat, weil - ein Treffpunkt fürs Dorf sieht bei ihm dahoam ganz anders aus, aber hier, klar, daran erinnert er sich, hier war ja Osten. Kein Wunder also. Nach etlichen Bierchen brechen wir auf. In die finstere Nacht, denn um 23 Uhr wird bei uns bis auf wenige Ausnahmen das Straßenlicht ausgeschaltet. Ein paar Minuten später verabschieden wir uns, ich muss rechts lang, er zur Döllner Chaussee. Da steht sein Auto, die Zenzi ist nüchtern, die wird fahren. "Falls wir hinfinden, sonst rufe ich dich an", lallt er noch und tippt dabei auf seine Hosentasche, wo sein Handy steckt. "Keine Chance", entgegne ich, "kein Empfang." Ob er das noch gehört hat, weiß ich nicht, denn er stolpert schon los, zur Chaussee, weil sein Auto ... Tja, und da fällt er auf die Nase, weil er in ein Loch tritt, in eines von einer gefühlten Million, wobei er sich den Knöchel verstaucht und schimpft, lautstark auf Bayerisch, bevor ihn die Zenzi am Kragen packt und mit ihm wegfährt. Am nächsten Tag ruft er mich an, Festnetz, das funktioniert. "Was ist das denn das für eine Straße, Himmeherrgodnoamaoi", schimpft er. "Das schöne Bier!" - "Nicht so schlimm" höre ich die Zenzi im Hintergrund. "Das Auto ist schon wieder sauber. Aber sag mal, ich hab gerad in der Zeitung gelesen, Wölfe gibt's bei euch auch wieder?"

 

Ein Hauch von Sibirien weht durch die Leitung ... Lassen wir mal unsere Baracke aus dem Spiel, vergessen wir den fehlenden Handyempfang, die Finsternis und die Wölfe, so bleibt noch die Straße. Unser Thema zur Zeit, deswegen haben wir mit dem Offenen Brief die "Aktion Eichhörnchen" gestartet. Eine Lösung für das Problem gibt es noch nicht, wohl aber eine Meldung in der Gransee-Zeitung von heute (18. Mai). Geld für die Straße, auf der dem Seppl das Bier aus dem Gesicht gefallen ist, gibt es nicht, sagt die Ministerin. Zuerst soll der Kreis die Straße übernehmen, danach gibt es Geld. Vielleicht jedenfalls. Vielleicht gibt es aber auch nur äätschbäätsch, wie wir als Kinder gesagt haben - soll heißen: Jetzt habt Ihr die Straße, seht zu, wie ihr damit klarkommt, wir jedenfalls haben kein Geld. Von  ihrem Chef klingt mir das noch ganz anders in den Ohren - gleiche Lebensqualität im ganzen Land, Aufwertung der Dörfer, Steigerung der Attraktivität des ländlichen Raums, nicht zuletzt deshalb, weil man sonst keine Ärzte findet, die bereit wären usw. usf. Erst kürzlich hab ich wieder ein solches Bekenntnis in die Hände gekriegt, das werd ich dem Seppl nach Bayern schicken, sonst denkt der wirklich noch, er sei in Sibirien gewesen. Wird schon noch, werd ich ihm sagen, schließlich haben wir ja unsere Politiker, soll er's mal lesen. Bevor ich ins Bett gehe, suche ich nach einem einschlägigen Text. Ich finde einen, es gibt ja eine ganze Menge davon, doch als ich den Text in die Mail kopieren will, halte ich inne und schüttle den Kopf. "Wozu?", sage ich viel zu laut, obwohl niemand außer mir im Raum ist. Und genau in derselben Sekunde, in der ich den Entwurf meiner Mail lösche, geht auf der Straße wieder das Licht aus.

 

Manfred Lentz

16. Mai 2017

Diese Abstimmung gehört in die Tonne!

13. Mai 2017

Eigentlich wollten wir auf das Ergebnis der Abstimmung der Märkischen Allgemeinen Zeitung über die schlechteste Straße Oberhavels nicht eingehen, obwohl mit der L 215 auch unsere Straße zur Wahl stand. Wir waren davon ausgegangen, dass die MAZ selbst bemerkt hat, dass das Abstimmungsergebnis nicht korrekt sein kann. Dass da etwas schiefgelaufen ist. Aber offensichtlich ist das nicht der Fall. Anstatt die Sache auf sich beruhen zu lassen, wird das Thema mit dem heutigen (13. Mai) Artikel in der MAZ weiterverfolgt - mit der vermutlichen Folge, dass das Ergebnis von den "Siegern" als Argumentationshilfe gegenüber der Politik genutzt werden wird. Aus diesem Grund haben wir uns zu einer Stellungnahme entschlossen.

 

Worum es geht, wird deutlich, wenn man sich das Ergebnis der Abstimmung ansieht: 10 Straßen standen zur Auswahl, die Zahl der abgegebenen Stimmen pro Straße reichte bei den letzten 8 Bewerbern von 23 bis 574 (Kurtschlag: 315), die Zahl der Stimmen für die beiden ersten hingegen bewegte sich in ganz anderen Dimensionen: Sieger (also die schlechteste Straße in Oberhavel) wurde die L 214 zwischen Fürstenberg und Tornow. Diese Straße ist (nach Google Maps) rund 16 km lang, sie bekam 14.067 Stimmen. Das Ergebnis des Zweitplatzierten ist noch eindrucksvoller: Bei einer Länge von weniger als 3 km erhielt der Schäfereiweg in Zehlendorf satte 13.695 Stimmen.

 

Zwei krasse Missverhältnisse schreien geradezu danach, dass hier etwas nicht stimmen kann: Zum einen die Zahl der Stimmen, die bei Nr. 1 und Nr. 2 von den Stimmenzahlen der übrigen 8 Bewerber drastisch abweicht. Zum anderen die Relation zwischen Straßenlänge und Stimmenzahl: Woher um alles in der Welt, so fragen wir, haben diese beiden Straßen derart viele Stimmen bekommen? Von den Anwohnern wohl kaum. Von Personen, die diese Straßen nutzen? Jeweils rund 14.000 bei 16 bzw. noch nicht einmal 3 km Länge? Wie naiv muss man eigentlich sein, um das für möglich zu halten?

 

Die MAZ als Veranstalter dieses Votings hält solche Relationen offensichtlich für möglich, denn sie lässt das Ergebnis nicht etwa heimlich als eine peinliche Panne einer zwar gut gemeinten, aber misslungenen Aktion verschwinden, sondern legt mit ihrem heutigen Bericht noch einmal nach. Und dabei bräuchten die Verantwortlichen nur einen Blick ins Internet zu werfen, um zu sehen, welche Manipulationsmöglichkeiten es bei Online-Votings gibt, und das nicht erst seit heute. Sei es, dass Social Communities bemüht werden, um Stimmen zu sammeln, sei es, dass spezielle automatisierte Programme dafür eingesetzt werden - auf den einschlägigen Seiten erfährt man eine Menge darüber, wie das geht (und im übrigen auch, wie man solche Manipulationen weitestgehend ausschließen kann). Auf diese Weise kommen dann schnell mal ein paar tausend Stimmen oder mehr zusammen, während die anderen Beteiligten an dem Wettbewerb sich ihre Stimmen mühsam, aber korrekt erarbeiten. Haben die Vertreter der Straßen auf den ersten beiden Plätzen zu solchen unlauteren Mitteln gegriffen? Natürlich können wir das nicht beweisen, und natürlich werden wir uns hüten, das als Fakt zu behaupten. Aber der Verdacht, dass diese von den anderen Straßen so krass abweichenden Ergebnisse nicht sauber zustandegekommen sind, liegt mehr als nahe.

 

Um nicht missverstanden zu werden: Wir sprechen keiner der betroffenen Straßen ab, besonders schlecht zu sein. Wir alle Zehn, die an diesem Voting beteiligt waren, sitzen im selben Boot. Wir alle leiden unter unseren schlechten Straßen, und wir alle sind der berechtigten Auffassung, dass wir einen Anspruch haben - einen Anspruch, es geht hier nicht um eine Gefälligkeit! -, dass sich daran etwas ändert. In dieser Hinsicht sind wir auch mit den beiden Erstplatzierten absolut solidarisch. Wir sind auch nicht etwa schlechte Verlierer. Wir wehren uns nur mit Entschiedenheit dagegen, dass das Ergebnis dieses mutmaßlich nicht korrekt abgelaufenen Votings dazu benutzt wird, die Aufmerksamkeit der Politik auf den oder die beiden "haushohen Gewinner" zu lenken. Was wir fordern, ist Chancengleichheit. Und deshalb in die Tonne mit diesem unsinnigen Ergebnis dieser peinlichen Umfrage! Wir fordern die verantwortlichen Politiker auf, sich für eine substanzielle Verbesserung aller (!) Straßen, die in diesem Voting gelistet waren, einzusetzen. Uns geht es dabei nicht nur um einen Zuwachs an Komfort - marode Straßen sind außer unangenehm auch unfallträchtig, sie gefährden unsere Gesundheit und im Extremfall gar unser Leben, und als eine ständige Attacke auf unsere Fahrzeuge sind sie zugleich eine ständige Attacke auf unseren Geldbeutel. Um diesen Zustand zu ändern, auch dafür zahlen wir Steuern. Und um sich für unser Anliegen einzusetzen, auch dafür wählen wir unsere Politiker. Deshalb mit allem Nachdruck und ganz direkt: Es gibt viel zu tun, also packt es endlich an!

 

Für den Ortsbeirat Horst Raßmann und Hans-Jürgen Steddin

Helmut Schöttler als ehemaliger Bürgermeister

sowie Dr. Manfred Lentz und Christina Steddin für kurtschlag.de

Zwei Promis in Kurtschlag

10. Mai 2017

Naja, so ganz Promis sind sie nicht wie derjenige, den wir unter der Überschrift "Ein Promi in Kurtschlag" für das Jahr 1912 (weiter unten auf dieser Startseite) aus unserer Dorfchronik hervorgekramt haben: Karl Liebknecht, sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter und Rechtsanwalt von Beruf. Aber ein wenig promi sind sie durchaus: Arno Dahlenburg, SPD-Bürgermeister von Zehdenick, und Björn Lüttmann, Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion. Am Freitag steht Kurtschlag auf ihrer Agenda so wie gut 100 Jahre zuvor bei Karl Liebknecht. Letzteren führte der Fall eines Mandanten nach Kurtschlag, dessen Verteidigung er übernommen hatte. Bei Dahlenburg und Lüttmann geht es um die L 215. Liebknechts Mission in Kurtschlag ist gut ausgegangen, er hatte Erfolg, womit er die Herzen der damaligen Kurtschlager gewonnen hat. Dahlenburg und Lüttmann können die Herzen von uns heutigen Kurtschlagern gewinnen, indem sie sich dafür engagieren, dass unser Anliegen ebenfalls zu einer Erfolgsstory wird. Auch wenn der richtige Promi in seinen späteren Jahren Kommunist wurde, zum Zeitpunkt seines Kurtschlag-Besuchs war er noch Sozialdemokrat. Und deshalb appellieren wir an seine beiden heutigen Parteigenossen: Nur keine Berührungsängste - stellen Sie sich in eine Reihe mit Karl Liebknecht!

 

Für den Ortsbeirat Horst Raßmann und Hans-Jürgen Steddin

Helmut Schöttler als ehemaliger Bürgermeister

sowie Dr. Manfred Lentz und Christina Steddin für kurtschlag.de

Geht's noch?!

8. Mai 2017

Unser Offener Brief vom 2. Mai 2017 trägt Früchte - sie sind rund, außen rot, innen weiß, und in der Mitte steht die Zahl 60. Wenn man von Kurtschlag auf der L 215 Richtung Zehdenick fährt oder umgekehrt, kann man diese Früchte sehen, zehn Stück sind es, und auf jeder einzelnen schreit einem die 60 entgegen. Unübersehbar. Klar und deutlich. Die Geschwindigkeit, die ab sofort auf der gesamten Strecke zwischen Kurtschlag und der B 109 gilt.

 

Warum die Schilder aufgestellt wurden, ist nicht schwer zu erraten, nachdem wir ein paar Tage zuvor mit unserem Brief den Zustand der L 215 angeprangert hatten. Natürlich hätten diejenigen, die für die Aufstellung der Schilder verantwortlich sind, uns kontaktieren können, sie hatten ja unsere Adresse. Aber das haben sie nicht getan, stattdessen haben sie heimlich ihre Schilder aufgestellt. Kein Gespräch, keine Information, kein "So soll es weitergehen". Nichts! Was ist das für ein Umgang miteinander? Im privaten Kontakt würde an dieser Stelle das Wort vom Verarscht-werden folgen, hier formuliere ich höflicher: Wir in Kurtschlag fühlen uns nicht angemessen behandelt. Gerade mal vier Antworten haben wir auf unseren Offenen Brief bisher bekommen: eine vom Bürgerbüro des Ministerpräsidenten, zwei von den Linken sowie eine Information über eine Weiterleitung zuständigkeitshalber. Alle anderen Empfänger haben uns bisher nicht einmal eine Eingangsbestätigung für unser Schreiben geschickt. Und nun plötzlich diese klammheimlichen 60, womit wir am Ende der ersten Woche unseres Offenen Briefes schlechter dastehen als zuvor. Ja, geht's noch?!

 

Für den Ortsbeirat Horst Raßmann  und Hans-Jürgen Steddin,

Helmut Schöttler als ehemaliger Bürgermeister

sowie Dr. Manfred Lentz und Christina Steddin für kurtschlag.de