Kirche

1890 bis 1908: Kirche mit Glockengiebel

Nach 1908: Kirche mit Turm

2002/3: Neue Turmspitze und Sanierung der Kirche

1890 bis 1908: Kirche mit Glockengiebel

Durch Zufall ist es gelungen, eine Lücke in der Baugeschichte unserer Kirche zu schließen, deren Existenz vermutlich den meisten von uns gar nicht bewusst war. Die ältesten uns bisher vorliegenden Abbildungen der Kurtschläger Kirche stammen von zwei Ansichtskarten aus dem Jahr 1914 und zeigen die Kirche mit einem spitzen Turm. Dieser wurde allerdings nicht zur selben Zeit errichtet wie der Rest der Kirche. Die Kurtschläger Dorfchronik geht darauf an zwei Stellen ein. So heißt es an der ersten: „In der Folgezeit (nach dem Bau der Kirche 1890 - ML) betrieb Pastor Maune unermüdlich den Bau eines Turmes für Curtschlags Kirche. Er sollte dem der Kirche in Dölln gleichen, schlank und spitz in die Höhe ragen und mit Schiefer gedeckt werden. Seine geduldigen Bemühungen, das Geld dafür aufzubringen, sollten erst 1908 Erfolg zeigen.“ Und der zweite Eintrag: „Das Jahr 1908 brachte der Kirche in Curtschlag ihren weithin sichtbaren, schlanken schiefergedeckten Turm, um dessen Errichtung seit dem Bau der Kirche sich Pastor Maune unermüdlich bemüht hatte.“ 1890 und 1908 - dazwischen liegen 18 Jahre, und es fragt sich, wie das Gebäude in diesen Jahren aussah. Und damit zusammenhängend: Wenn es noch keinen Turm gab, wo befand sich dann die Glocke? Oder gab es vielleicht noch gar keine? Ob sich über diese Frage jemals irgendwer den Kopf zerbrochen hat, weiß ich nicht. Ich habe es jedenfalls nicht getan, weshalb ich um so überraschter war, als mir plötzlich zwei Aufnahmen in die Hände fielen, die die Kurtschläger Kirche in genau dieser Periode 

1901

zeigen. Die Aufnahmen stammen aus dem Buch des „Stadtchronisten von Zehdenick“ Ulrich Drewin, einem im Jahr 2020 veröffentlichten dicken Wälzer von 480 Seiten, auf denen er zahllose Fotos aus Zehdenick und den dazugehörenden  Gemeinden zusammengestellt hat. Unter anderem Fotos aus Kurtschlag, und darunter wiederum zwei in den Jahren 1901 und 1906 geschriebene Ansichtskarten, auf denen unsere Kirche abgebildet ist. Und das Interessante: Einen Turm besitzt sie erwartungsgemäß noch nicht, dafür aber einen sogenannten 

1906


"Glockengiebel". Die Vermutung liegt nahe, dass er als ein fester Bestandteil der Kirche ebenfalls aus dem Jahr 1890 stammt. 1908 hat man ihn dann entfernt und durch den heute noch bestehenden Turm ersetzt. Eine völlig unerwartete Entdeckung, mit der die 18jährige Lücke aus der Baugeschichte unserer Kirche geschlossen werden konnte. Eine Lücke, die den meisten - wie oben geschrieben - vermutlich nicht einmal bewusst gewesen war.

0668/1 Glockengiebel
0668/1 Glockengiebel
0669/1 Glockengiebel
0669/1 Glockengiebel

Nach 1908: Kirche mit Turm

Bearbeitung: Manfred Lentz

2002/3: Neue Turmspitze und Sanierung der Kirche

Fotos: Christina Steddin, Ingenieurbüro Jeschke, unbekannt / Bearbeitung: Manfred Lentz

Die Zeitungsartikel betreffen die Sanierung der Kirche einschließlich der neuen Turmspitze. Wir haben sie im Stadtarchiv Zehdenick gefunden.