Die Geschichte Kurtschlags

Für einen kurzen Überblick über die Geschichte Kurtschlags eignet sich gut die Wikipedia. Wer mehr wissen will, für den haben wir auf dieser Seite unsere Dorfchronik aus dem Jahr 1999 (leicht gekürzt und in zwei Teilen) eingestellt. 


Aus der Kurtschläger Dorfchronik

"Als 1954 wieder ein geregelter Konfirmandenunterricht in Kurtschlag eingerichtet werden sollte, erwies sich dies in den Schulräumen bei der Undiszipliniertheit der Teilnehmer als unmöglich. Der Pfarrer mußte die Kinder nach Groß Dölln kommen lassen. In der Nacht auf den zweiten Weihnachtsfeiertag 1954 drangen drei betrunkene Halbstarke aus dem Ort in die Kurtschlager Kirche ein und warfen die Altarbibel zerrissen in den Straßenschmutz. Als sie auf Veranlassung ihrer Eltern sich beim Pfarrer entschuldigen und Schadenersatz zusagen wollten, wurden sie eingeladen, sich dem Groß Döllner Jugendkreis anzuschließen. Man kannte nun ihre Namen, erhob keine Anzeige, aber den Schaden beglichen sie auch nicht.

1955 wurden einige Scheiben der erst vor drei Jahren reparierten Kirchenfenster von 'Konfirmanden' eingeschlagen. Diese Täter konnten mit Hilfe der Schule festgestellt und zum Schadenersatz herangezogen werden. Im nächsten Jahr lagen eines Morgens vier Prospektpfeifen der Orgel im Gang der Kirche, verbeult und zerknickt. Diese Täter konnten nicht gefaßt werden. Es mußte auch seit etwa 1955 davon Abstand genommen werden, die Leichenandachten - nach altem Modus - im Sterbehause zu halten. Die Störungen von der Straße her, hauptsächlich durch lautes Schwatzen, nahmen dermaßen überhand, daß die Andacht nach erfolgter Beisetzung in der Kirche gehalten wurde. Nach Errichtung der Leichenhalle fand die Andacht dort statt. Aus einer zunehmenden Abneigung gegen das Kirchengebäude mit seinem außen und innen immer unwürdiger werdenden Zustand begehrt man jetzt - wenn überhaupt noch - nur noch Haustrauungen, sie pflegen in verkürzter Form stattzufinden. 

... ging die Zerstörung der Kirche (nach 1965) durch die Dorfjugend in erschreckender Weise weiter, führte zur fast totalen Zerstörung der nördlichen Fenster und zur völligen Verschmutzung des Kircheninneren."