Nachdem das Stöhnen in Kurtschlag wegen der beschnittenen Bäume nicht zu überhören war und schließlich auch die Gransee Zeitung in ihrer Ausgabe vom 3. April darüber berichtet hat, haben wir uns an einen Gärtner gewandt, der sein Geld u.a. mit dem Beschneiden von Bäumen verdient und auf langjährige Erfahrung zurückblickt, und haben ihn nach seiner Meinung über unsere Bäume befragt (bei denen es sich im übrigen nicht um Akazien handelt, sondern um Schein-Akazien, auch Robinien genannt). Seine Antwort:

 

"In diesem Fall waren wohl angeblich Laternen im Weg. Ob das einen so harten Rückschnitt rechtfertigt, ist fraglich. Stehen  nur einige in Lampennähe, würde ich aus optischen Gründen auch immer alle beschneiden. Ich kenne die Bäume nicht unbeschnitten. Robinien neigen im Alter dazu, dass im Kroneninneren stark Äste absterben, die man dann entfernen kann und die Krone nur leicht einkürzt. Ich persönlich würde Robinien nie so hart beschneiden, weil die schnörkeligen Äste gerade schön aussehen, und es wird sehr viele Jahre brauchen, bis man sich wieder über eine ästhetische Krone freuen kann, wenn überhaupt. Es werden jetzt sehr viele neue Triebe wachsen, die unter Umständen noch mehr Probleme für die Lampen darstellen, auch durch ihr Eigengewicht ausbrechen können, ich will aber nichts beschreien. Ich hätte die Kronen elegant über den Lampen aufgebaut. Ein Sachverständiger im Amt würde mindestens vier Seiten voll schreiben, dass es so richtig ist und noch mal vier Seiten mit Paragraphen und Gesetzen. Geht man so mit Robinien um - nein! Für so harte Rückschnitte sind sie nicht geeignet! Für Linden wäre das okay."

 

Im Folgenden haben wir einige Vorher/Nachher-Fotos zusammengestellt, die die Veränderungen durch das Beschneiden zeigen. Da die Aufnahmeperspektiven der Fotos nicht identisch sind, braucht es unter Umständen  ein wenig Geduld, um die Unterschiede erkennen zu können.