4a. Der Flugplatz auf Abbildungen

 

Die Sowjetunion und die DDR haben alle Anstrengungen unternommen, um über den Flugplatz Groß Dölln so wenig Informationen wie möglich bekannt werden zu lassen. Für die Öffentlichkeit zugängliche Karten und Abbildungen der Anlage gab es nicht. Die NATO wiederum, damals der Gegner im Kalten Krieg, war an Informationen über den Flugplatz verständlicherweise höchst interessiert, entsprechend wurden sämtliche  Möglichkeiten der Spionage eingesetzt, um Kenntnisse über ihn zu erlangen. Die seit dem Jahr 1959 aufkommende Satellitenaufklärung bedeutete in diesem Zusammenhang einen wesentlichen Fortschritt. Ab sofort konnten Informationen aus großer, für die gegnerische Abwehr unerreichbarer Höhe erlangt werden, die zuvor mittels personengestützter Spionage am Boden gesammelt werden mussten, zum Teil durch Informanten aus der Bevölkerung, zum Teil durch die Militärpatrouillen der US-Amerikaner, Briten und Franzosen, die aufgrund von Vereinbarungen der vier Siegermächte vom Kriegsende in der gesamten DDR unterwegs waren.

Die nachfolgenden Abbildungen des Flugplatzes Groß Dölln stammen aus US-amerikanischen Quellen. Die Karten finden sich auf der Webseite des Nachrichtendienstes CIA sowie zweier Universitäten, bei den Fotos handelt es sich um Aufnahmen US-amerikanischer Spionagesatelliten. Alle Abbildungen unterlagen lange Zeit strikter Geheimhaltung und sind erst vor wenigen Jahren für die Öffentlichkeit freigegeben worden. Auf der ebenso umfangreichen wie informativen Webseite www.mil-airfields.de (Military Airfield Directory. Flugplätze im Kalten Krieg) sind sie abgebildet. Der Betreiber dieser Webseite hat uns freundlicherweise die direkte Übernahme der Abbildungen von seiner Seite gestattet, wofür wir ihm unseren herzlichen Dank sagen. 

1960er Jahre

Der Flugplatz auf einer US-Karte aus dem Jahr 1969 (zusammengesetzt aus 2 Blättern)

(Quelle: Earth Sciences and Map Library, University of California, Berkeley)

Karte von ca. 1960 - Schraffiert dargestellt sind die beiden Lager bei Kurtschlag und das

Unterkunftsgelände südlich des Flugplatzes. Die spätere Flugabwehr-Raketenstellung

bei Storkow ist noch nicht vermerkt. (Quelle: CIA)

Karte von ca. 1960 (Quelle: CIA)

1970er Jahre

Der Flugplatz auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972

(Quelle: ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas in Austin)

Der Flugplatz auf einem US-Satellitenbild vom 25.11.1970

1. Flugplatz; 2. Hilfs-Startbahn; 3, 4: Lager; 5. Anschlussbahn; 6. Flugabwehr-Raketenstellung.

Orte Bebersee, Gollin, Groß Dölln, Groß Väter, Grunewald, Kurtschlag, Storkow, Vietmannsdorf, Vogelsang (Quelle: U.S. Geological Survey)

Flugplatz - Das Bild ist so ausgerichtet, dass die Ost-West-Startbahn nahezu horizontal dargestellt wird.

Da das Bild jedoch verzerrt ist, sind die anderen Winkel nicht korrekt. (Quelle: U.S. Geological Survey)

Vergrößerung des westlichen Teils - Der Flugplatz verfügt über zahlreiche Flugzeugdeckungen (Shelter).

Nördlich am Ende der Startbahn sind 12 Bahnen zur Aufstellung von Bereitschafts-Flugzeugen.

Das ist nur an wenigen sowjetischen Flugplätzen anzutreffen. (Quelle: U.S. Geological Survey)

Vergrößerung des östlichen Teils - Auch an diesem Ende gibt es 12 Bereitschaftsbahnen,

hier auf der südlichen Seite der Landebahn (Quelle: U.S. Geological Survey)

Auf der Westseite führt eine Hilfs-Startbahn ungefähr nach Süden. -

An der Markierung 1 kreuzt die Anschlussbahn von Vogelsang die Startbahn. (Quelle: U.S. Geological Survey)

Südliches Ende der Hilfs-Startbahn. - Hier befinden sich Abstellflächen für große Flugzeuge,

an denen später Flugzeugdeckungen angeordnet wurden. (Quelle: U.S. Geological Survey)

Die Anschlussbahn vom Bahnhof Vogelsang (oben links) zum Flugplatz führt an zwei Lagern vorbei.

(Quelle: U.S. Geological Survey)

Westliches Lager Kurtschlag - 1. Lager; 2. Anschlussgleis; 3. Anschlussbahn zum Flugplatz

(Quelle: U.S. Geological Survey)

Östliches Lager Kurtschlag - 1. Lager; 2. Anschlussgleis; 3. Anschlussbahn zum Flugplatz

(Quelle: U.S. Geological Survey)

1: Flugabwehr-Raketenstellung südöstlich von Storkow (Quelle: U.S. Geological Survey)

1980er und frühe 1990er Jahre

Satellitenbild vom 26.7.1980 - 1. Flugplatz; 2. Hilfs-Startbahn; 3. Fernfunkfeuer Ost; 4. Fernfunkfeuer West;

5. Anschlussbahn; 6. Lager (Tanklager?); 7. Lager (Munitionslager?); 8. Flugabwehr-Raketenstellung; 9. Kaserne.

Orte Bebersee, Gollin, Groß Dölln, Groß Väter, Grunewald, Kurtschlag, Storkow, Vietmannsdorf (Quelle: U.S. Geological Survey)

Vergrößerung westliche Seite (Quelle: U.S. Geological Survey)

Vergrößerung östliche Seite (Quelle: U.S. Geological Survey)

Hilfs-Startbahn (Quelle: U.S. Geological Survey)

Lager bei Kurtschlag - Tanklager? (Quelle: U.S. Geological Survey)

Lager bei Kurtschlag - Munitionslager? (Quelle: U.S. Geological Survey)

Flugabwehr-Raketenstellung bei Storkow (Quelle: U.S. Geological Survey)