Manfred Lentz - Autor aus Kurtschlag

Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt. So könnte man sagen, aber das wäre falsch. Ich habe überhaupt nicht an mich gedacht. Bis jemand zu mir sagte: "Mit Kurtschlag habt ihr eure Serie über Buschdorf-Künstler begonnen, Petra Elsner war die erste, jetzt bist du dran." - "Ich?", habe ich ganz verdutzt gefragt. - "Na klar, wer Romane schreibt, ist doch auch ein Künstler", war die Antwort. "Oder nenn ihn meinetwegen einen kreativ Schaffenden. Der eine malt die Welt mit Farben, der andere benutzt halt Wörter dazu." Nachdem ich über das Argument nachgedacht habe, bin ich zu dem Schluss gekommen: ' Ok, er hat recht, denn ob man nun das Wort Künstler benutzt oder nicht - auf jeden Fall ist das Schreiben eine kreative Angelegenheit. Also gehöre ich auch in die Serie.' Deshalb nun nach Petra Elsner und  bevor wir uns der Groß Döllner Szene zuwenden an dieser Stelle ein paar Sätze zu mir.

 

Das Schreiben war für mich schon immer ein Thema, zuerst kleine Geschichten während der Schulzeit, nach meinem Studium der Politologie dann jede Menge politischer Texte, insbesondere für den Rundfunk. Mein thematischer Schwerpunkt war seinerzeit die DDR, d.h. wenn man so will, war ich einer von denen, vor denen die Führung der DDR ihre Bürger immer gewarnt hat. Der Klassenfeind, wie das hieß. Was für mich nicht stimmt, denn nie habe ich mich als ein Feind der DDR gesehen und schon gar nicht ihrer Bürger, vielmehr habe ich mit meinen Texten und in unzähligen Seminaren versucht, den Menschen in Deutschland-West zu erklären, wie das Leben in Deutschland-Ost funktioniert. Dann kam die Wende, und da es auf einmal keine DDR mehr gab, wurde auch niemand mehr gebraucht, um den Wessis deren Funktionieren zu erklären. Als Folge der Ereignisse verlor ich meinen Job, womit ich im Westen einer der wenigen war, die dadurch arbeitslos wurden. (Wobei ich diese Ereignisse niemals bedauert habe, war ich doch immer der Ansicht gewesen, dass die beiden deutschen Staaten zusammengehören.) In der damaligen Sitution habe ich mit dem Schreiben von historischen Romanen begonnen. Zwei Titel sind erschienen: bei Droemer "Die falsche Haut" (als Taschenbuch bei Knaur unter dem Titel "Der Mönch und die Dirne"; zur Zeit vergriffen) sowie später bei Lübbe "Eine Sklavin für den Kalifen" (neu aufgelegt unter "Sklaven für den Kalifen"). Ein dritter Roman harrt der Fertigstellung. Da ich nicht nur leidenschaftlich gern schreibe, sondern ebenso gern fotografiere und reise, habe ich vor einigen Jahren einen Reiseblog ins Leben gerufen (reiselust.me), der inzwischen sehr umfangreich ist. Anfang 2017 ist mit kurtschlag.de ein weiteres Betätigungsfeld für mich hinzugekommen. Was die Zukunft bringen wird, weiß ich nicht, allerdings weiß ich eines ganz gewiss: dass ich weiter schreiben werde, wie und was auch immer, denn das Schreiben ist für mich eines der wichtigsten Dinge im Leben.

 

Ein Bekenntnis zum Schluss, und das war's. Nachdem Kurtschlag nun also abgehakt ist, werden wir uns im Rahmen unserer Buschdorf-Künstler-Serie unseren Nachbarn in Groß Dölln zuwenden. Einem bunten, äußerst kreativen Häufchen, das ein wenig näher kennenzulernen ganz gewiss sehr viel Spaß machen wird.

 


Dies ist mein letzter Roman ...

Es ist das Jahr 975. Ihre Völker sind verfeindet, doch ihr gemeinsames Schicksal schweißt sie zusammen: Malina, die slawische Fährmannstochter, und Heinrich, den Deutschen. Als Sklavenhändler durch Spandau ziehen - damals eine kleine Siedlung auf dem Boden des heutigen Berlin -, geraten sie in Gefangenschaft. Mit einem Schlag endet ihr bisheriges Leben, und eine Reise voller Ungewissheiten beginnt. Ihr Weg führt sie über Verdun, die Stadt der "Eunuchenmacher", nach Cordoba in das glanzvolle Reich des Kalifen von Al-Andalus, von wo es für Heinrich noch weiter geht über die tief in der Sahara gelegenen Salzminen von Teghaza bis in das afrikanische Goldland Gana. Im Verlauf dramatischer Ereignisse erlangen Heinrich und Malina ihre Freiheit zurück. Endlich könnte sich ihr Leben zum Guten wenden, da kommt es auf dem Rückweg in die Heimat zu einer verhängnisvollen Begegnung.

 

Einen XXL-Textauszug des Romans und weitere Informationen gibt es hier


... und dies ist mein Reiseblog:

Die Zahl meiner Berichte beläuft sich inzwischen auf über 170. Im Folgenden habe ich ein paar Beispiele eingestellt. Mehr gibt es hier. Jeweils am 1. und am 15. jedes Monats erscheint ein neuer Bericht.